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Das große Staatswappen 1950 beschloss der Landtag des Freistaates Bayern das Gesetz über das bayerische Staatswappen. Darin wurde festgelegt, dass das Wappen in vier Felder geteilt ist und einen Herzschild aufzuweisen hat. Die bayerischen Rauten in den Farben Silber und Blau bilden seitdem den Mittelpunkt des Großen Staatswappens. Sie werden von dem früheren bayerischen Herrscherhaus der Wittelsbacher schon seit dem 13.Jahrhundert geführt und sind sicher neben dem Löwen das bekannteste bayerische Symbol. Im Staatswappen erscheint das weiß-blaue Herzschild als besonderes Symbol für die Gesamtheit des bayerischen Staates, während die übrigen vier Felder Sinnbilder der bayerischen Landesteile tragen.
Der goldene Löwe im schwarzen Feld, er war ursprünglich Symbol der Pfalzgrafen bei Rhein, dann gemeinsames Kennzeichen der altbayerischen und pfälzischen Wittelsbacher, dokumentiert die altbayerisch-oberpfälzischen Bezirke, gehörte doch bis zum Dreißigjährigen Krieg die Oberpfalz noch zur Rheinpfalz. Das zweite Feld, es zeigt den »fränkischen Rechen» (das sind in Rot drei gekürzte silberne Spitzen) repräsentiert die drei fränkischen Regierungsbezirke Bayerns. Der fränkische Rechen war früher Teil des Wappens der Würzburger Fürstbischöfe. Das dritte Feld zeigt den blauen Panther auf silbernem Grund. Die in Niederbayern ansässigen Pfalzgrafen von Ortenburg führten dieses heraldische Fabeltier als Wappen, so dass es nahelag, dieses Zeichen im Staatswappen als Symbol ganz Altbayerns zu verwenden. Dies geschah nicht zuletzt deshalb, weil die Wittelsbacher den Panther als Erben der Ortenburgs in ihr Wappen aufgenommen hatten. Der schwäbische Teil Bayerns wird im vierten Feld durch drei übereinander angeordnete, herschauende, schreitende, schwarze Löwen auf goldenem Grund dargestellt. Schon die Hohenstaufer als Herzöge von Schwaben führten dieses Wappen.
Das Bild des großen Staatswappens wird abgerundet durch die beiden Löwen als Schildhalter, ein Ensemble, das an mittelalterliche, bayerische Traditionen anknüpft. Auf dem Schild selbst ruht die sogenannte Volkskrone. In ihr findet die Volkssouveränität des Freistaates, also das demokratische Selbstverständnis des modernen Bayerns, sichtbaren Ausdruck.
Bayern, ein traditionsreiches und modern orientiertes Bundesland Mit den Symbolen des Staatswappens knüpft Bayern an alte und reiche Traditionen an und verdeutlicht, dass es zu den historisch gewachsenen Ländern der Bundesrepublik Deutschland gehört. Gleichwohl ist es auch ein modernes Industrieland mit einer funktional gestalteten Verwaltung. Der Freistaat Bayern - die Bezeichnung Freistaat beinhaltet kein bayerisches Sonderrecht, sie ist lediglich Übersetzung des Wortes Republik - ist flächenmäßig das größte deutsche Bundesland. Auf mehr als 70500 Quadratkilometern leben rund 11,6 Millionen Einwohner.
Bayern kann mit Stolz eine gewachsene, ungebrochene Geschichte vorweisen. Obwohl es nach dem Krieg mehr als zwei Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene aufnahm, konnte es seinen typischen Charakter bewahren. So lässt sich Bayerns Bevölkerung auch heute noch nach Sprache, Brauchtum und Mentalität in drei große Stämme einteilen: die Altbayern, die Franken und die Schwaben. Den Altbayern, sie leben in Ober- und Niederbayern und der Oberpfalz, wird nachgesagt, sie seien weltoffen und hätten entsprechend ihren meist bäuerlichen Wurzeln ein ausgeprägtes Beharrungsvermögen. Die in Ober-, Mittel- und Unterfranken angesiedelten Franken gelten als wendig und von großem Organisationstalent. Fleiß und Sparsamkeit sollen die gemeinsamen Eigenschaften der bayerischen Schwaben sein. Zu den Altbayern, Franken und Schwaben sind nach 1945 die Sudetendeutschen gekommen; heute gelten die in Bayern ansässig gewordenen Heimatvertriebenen, über die der Freistaat Bayern die Schirmherrschaft übernahm, als »Bayerns vierter Stamm». In einem Land, wo der Traditionspflege große Bedeutung zugemessen wird, konnten auch die Sudetendeutschen viel von ihrer Eigenart bewahren.
Diese verschiedenen Stämme leben in einem landschaft-lich reizvollen und vielfältigen Gebiet. Bayern hat vier natürliche Großlandschaften aufzuweisen: die Bayerischen Alpen, mit der Zugspitze als Deutschlands höchstem Berg, das Alpenvorland, das sich bis zur Donau erstreckt und mit vielen bekannten großen oberbayerischen Seen ein wundervolles, abwechslungsreiches Erholungsgebiet darstellt, die ostbayerischen Mittelgebirge zwischen Regensburg, Passau und der Tschechischen Republik und schließlich das schwäbisch-fränkische Stufenland. Donau und Main sind Bayerns größte Flüsse, Isar und Inn sind kaum weniger bekannt. Schon durch seine Natur, die der bayerischen Bevölkerung besonders am Herzen liegt, erklärt sich die Beliebtheit Bayerns als Urlaubsgebiet. Hinzu kommen die reichen Kunstschätze aus seiner langen Geschichte, die in Deutschland ihres-gleichen suchen. Welcher Deutsche hat wohl noch nichts vom Schloss Neuschwanstein gehört?
Trotz reizvoller Landschaft, bodenständiger Bevölkerung und alter Traditionen, wäre es falsch, in Bayern ein überwiegend landwirtschaftlich geprägtes Bundesland zu vermuten. In dem modernen Bayern finden sich alle wichtigen zukunfts- und wachstumsorientierten Industrien. Dank der weitsichtigen Politik im Freistaat nach dem Zweiten Weltkrieg, gelang es, Bayern von einem Agrarstaat zu einem attraktiven Industriestaat zu wandeln. So stellt die Industrie aufgrund ihrer Produktionsfortschritte heute einen wesentlichen Wachstumskern der bayerischen Wirtschaft dar. Neben traditionellen Industrien, wie z.B. Glas-, Holz- und Textilindustrie, finden sich heute Branchen wie Elektronik, Datenverarbeitung, Chemieindustrie, Maschinen- und Fahrzeugbau, Feinmechanik, Optik und Industrien der Luft- und Raumfahrttechnik. Dieses Spektrum umfasst sowohl Großindustrie als auch mittelständische Unternehmen, deren Förderung im Interesse einer krisenstabilen Wirtschaft besondere Bedeutung genießt.
Die High-Tech-Struktur der bayerischen Industrie findet ihre Ergänzung im Ausbau des Medien- und Dienstleistungsstandortes Bayern. So ist die Landeshauptstadt München nicht nur die »Bühne» für die meisten deutschsprachigen Fernsehserien, sondern sie belegt als Standort des Versicherungswesens Platz eins in Deutschland und Platz drei in Europa.
Zeitgleich mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs, der Bayern mit mehr als 780 Kilometer Grenze zum früheren Ostblock stärker als jedes andere deutsche Land belastet hatte, erlebte das Land in seiner Verkehrsinfrastruktur zu Beginn der neunziger Jahre geradezu einen Quantensprung: Die Fertigstellung des Main-Donau-Kanals im September 1992 bedeutet die Verwirklichung des Jahrhunderttraumes eines Schifffahrtsweges von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer. Im Mai des gleichen Jahres nahm der Flughafen München II, das zweite interkontinentale Standbein im deutschen Luftverkehr neben Frankfurt am Main, seinen Betrieb auf.
Seit Ende der achtziger Jahre bemüht sich Bayern verstärkt, sein besonderes Profil nicht nur im nationalen, sondern auch im europäischen Rahmen zur Geltung zu bringen. Es geht dem Freistaat dabei um eine Klammerfunktion zwischen verstärkter regionaler Mitsprache im EG-Rahmen (erste »Konferenz Europa der Regionen» im Herbst 1989 auf bayerische Initiative in München) einerseits und einer Intensivierung der Zusammenarbeit mit den neuen Demokratien im östlichen und südöstlichen Europa andererseits. Die bayerischen Anstrengungen zu politischer, wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Zusammenarbeit gelten dabei sowohl unmittelbaren Nachbarn wie der Tschechischen Republik als auch Staaten im weiteren Radius wie Ungarn und der Ukraine.
Die Geschichte Bayerns Wie schon die Symbole des Staatswappens und deren Ursprung zeigen, kann Bayern auf eine lange und stolze Geschichte zurückblicken. Sie reicht wesentlich weiter in die Vergangenheit zurück, als es auch die ältesten heraldischen Elemente des Wappens vermuten lassen. Das Kernland Altbayern, um das sich der moderne Staat kristallisierte und das noch heute mehr als die Hälfte des Staatsgebietes ausmacht, ist das älteste staatliche Gebilde im ganzen deutschen Volksraum. Im 6. Jahrhundert wanderten aus Böhmen kommend die germanischen Bajuwaren in die ehemalige römische Provinz und gründeten ein Stammesherzogtum unter den Agilolfingern. Nach dem Zusammenbruch des zentralistisch ausgerichteten Karolingerreiches in Deutschland erwuchs auch den Bayern wieder mehr Eigenstaatlichkeit unter allerdings wechselnden Fürstengeschlechtern. 1180 wurde das nun etwas verkleinerte Herzogtum den bis dahin regierenden Welfen entzogen und vom Kaiser den Wittelsbacher übertragen. Schon 1214 kam die rheinische Pfalz hinzu. In dieser Zeit erfuhr Bayern eine erste Blüte, es lag am Handelsweg nach Italien, wovon es reichlich profitieren konnte. Im Dreißigjährigen Krieg war der bayerische Herzog das Haupt der katholischen Liga. Im Zuge dieses Krieges gewann Bayern die Oberpfalz und die Kurwürde.
Nach dem westfälischen Frieden erlebte Bayern eine weitere kulturelle Blüte. Die Baukunst des Barock breitete sich von Italien kommend im bayerischen Raum aus und hinterließ uns bis auf den heutigen Tag viele beachtenswerte Bauten und Kunstwerke. 1779 verlor Bayern im Zuge einer Auseinandersetzung mit Österreich das Innviertel. Seine heutige Gestalt geht im wesentlichen auf die Entwicklungen während der Napoleonischen Ära zurück. 1806, nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, wurde es Königreich.
Nun nahm das moderne Staatsbayern Gestalt an - in seinem Verwaltungsaufbau durch die Reformen des Grafen Montgelas, der dem Staatswesen eine völlig neue Struktur gab, die in wesentlichen Bestandteilen (Teilung in heute sieben Regierungsbezirke) bis in die Gegenwart Bestand hat. Zugleich gewann Bayern auch territorial durch Gebietsgewinne in Franken (Hochstifte Bamberg und Würzburg, Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth, Reichsstädte mit Nürnberg an der Spitze) wie in Schwaben (Hochstift Augsburg, Reichsstadt Augsburg) ein völlig neues Gesicht. Schon kurz zuvor war 1803 die Entscheidung für die Säkularisation, die Aufhebung sämtlicher geistlicher Herrschaften, gefallen.
1920, nach der Abdankung der Wittelsbacher, die Bayern so viele bekannte und beliebte Herrscher, Kunstmäzene und Bauherren geschenkt hatten, wie den bekannten Ludwig II., schloss sich der Freistaat Coburg Bayern an.
Abgesehen von dem Verlust der Pfalz 1945, ist Bayern in seinem territorialen Bestand von den Umwälzungen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht berührt worden.
Die Bilder des großen Staatswappens Löwe und Raute sind wohl die bekanntesten bayerischen Wahrzeichen. Die Rauten, richtiger Wecken genannt, stammen aus dem Wappen der Grafen von Bogen, eines an der Donau östlich Regensburg ansässigen Geschlechts. Dort sind sie seit 1204 bezeugt. 1242 übernahmen die mit dem Grafen verschwägerten Wittelsbacher nach dem Erlöschen des Bogener Adelsgeschlechtes deren Besitz und auch das Stammwappen. Die Zahl von 21 ganzen und angeschnittenen Rauten war schon im 15. Jahrhundert üblich. Die Farben Weiß und Blau sind seit 1330 belegt. Es entspricht einer alten heraldischen Übung, dass in der oberen, rechten Schildecke eine weiße, angeschnittene Raute erscheint. Auf diesem Brauch beruht auch die Farbfolge Weiß und Blau in der Landesflagge.
Der aufgerichtete Löwe war zunächst das Schildbild der welfischen Pfalzgrafen bei Rhein. Sie hatten ihn wahrscheinlich um 1195 aus dem ältesten bekannten Familienwappen der Hohenstaufer übernommen. Um 1229 benutzte bereits Otto II. aus dem Hause Wittelsbach, der nun mit der Pfalzgrafschaft belehnt war, ein Siegel mit dem Bild des Löwen. Die Farbgestaltung ist etwa seit 1250 in dieser Form bekannt.
Beide, Löwe und Raute, haben seither eigene Bedeutung gewonnen. Schon unter Kaiser Ludwig dem Bayern brachte man symbolisch die Rauten mit der Landeshoheit und den Löwen mit der Herzogswürde in Zusammenhang. So verwundert es nicht, wenn das Rautenwappen heute Sinnbild für die staatliche Geschlossenheit des Freistaates ist und auch als kleines Staatswappen Verwendung findet.
Panther: Die altbayerische Linie der Spannheimer, eines ursprünglich Kärntener Geschlechts, führten den Panther seit dem 12. Jahrhundert in ihrem Wappen. Nach den Hauptburgen Kreuburg und Ortenburg nannte sich dieser Familienzweig auch Pfalzgrafen von Ortenburg. 1248 traten die Wittelsbacher deren Nachfolge an, als sie durch Kauf das Lehen erwarben. Sie nutzten den Panther in der Zeit von 1260 bis 1390 als eines ihrer Nebenwappen. Nach alter Überlieferung war der Panther ursprünglich rot. Im jetzigen Staatswappen ist er blau tingiert, weil man ihn in Verbindung mit den Ingolstädter Stadtwappen brachte und glaubte, er stamme aus einem früheren Heerzeichen der bayerischen Herzöge.
Rechen und Stauferlöwen: Die schon im 16.Jahrhundert volkstümlich »Rechen» genannten drei silbernen Spitzen im roten Schild erscheinen zuerst etwa 1350 in einigen Ortswappen des Hochstiftes Würzburg. Seit 1410 sind sie auch in den fürstbischöflichen Siegeln zu sehen. 1804 wurde dieses Symbol ausdrücklich auf das Herzogtum Franken bezogen, dessen Titularinhaber seit 1168 die Fürstbischöfe von Würzburg waren. Heute zeigt der fränkische Rechen die Zugehörigkeit Frankens zu Bayern an, das die fränkischen Bezirke zu Beginn des 19.Jahr-hunderts erwarb.
Die drei herschauenden Löwen, oft auch wegen der Kopfwendung nicht ganz korrekt »Leoparden» genannt, finden sich schon im Reitersiegel des Herzogs und späteren Königs Philipp (1196-1198) von Hohenstaufen. Die Farbgebung folgt den ältesten Nachweisen, doch war sie im Spätmittelalter nicht immer einheitlich. Heute stehen die drei Löwen für den schwäbischen Teil Bayerns, da die Hohenstaufen im Hochmittelalter die Herzöge von Schwaben waren.
Volkskrone und Schildhalter: Während die Felder des Wappens die Regionen Bayerns darstellen, soll die Volkskrone, die auf eine Idee Professor 0. Hupps von 1923 zurückzuführen ist, die Volkssouveränität, also die Demokratie kennzeichnen. Die schildhaltenden Löwen setzen eine Tradition fort, die bereits im 14.Jahrhundert begann.
Die Entwicklung des Staatswappens Noch vor Raute und Löwen nutzten die Wittelsbacher den einköpfigen Adler als Abzeichen des Pfalzgrafenamtes in Bayern (einköpfig als Gegenstück zum doppelköpfigen Reichsadler der Kaiser). Später führte man das Wappen aus Rauten und Löwen mit einem Mittelschild, der den Reichsapfel als Zeichen dafür trug, dass die bayerischen Herzöge Erztruchsessen des Heiligen Römischen Reiches waren. Ab 1623 krönte dies Wappen der Kurhut, da Herzog Maximilian 1. im Zuge des Dreißigjährigen Krieges für Bayern die Kurwürde erlangen konnte. Oft wurde dies Wappen im Zusammenhang mit Siegel weiteren Nebenwappen benutzt, die die territorialen Zugewinne der bayerischen Kurfürsten verdeutlichen sollten.
Ein Staatswappen im modernen Sinn ist das erste Wappen des Königreiches Bayern von 1806. Es zeigte allein die Rauten und die altvertrauten Löwen als Schildhalter. Die Anzahl der Rauten war allerdings von 21 auf 42 verdoppelt worden, um der Bedeutung der Monarchie Ausdruck zu verleihen. 1835 wurde dieses erste königlich bayerische Staatswappen durch ein etwas schmuckvolleres Wappen ersetzt. Gewählt wurde ein Mittelweg zwischen dem Wappen mit einer Vielzahl territorialer Nebenwappen und der schlichten Form von 1806. Es sollten im neuen Schild nur wenige historische Zeichen die im Staat vereinigten vier Volksstämme repräsentieren. Die Auswahl wurde von der offiziellen Titulatur des bayerischen Herrschers als »König von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben» bestimmt. Eine Ausnahme dazu stellte lediglich die Hinzufügung des blauen Löwen der Grafschaft Veldenz dar, der als Familienzeichen der regierenden Linie der Wittelsbacher dienen sollte. Schwaben wurde hier noch nicht durch die Löwen, sondern durch das Wappen der einstigen vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau (es ist fünfmal schräggeteilt von Silber und Rot, überdeckt mit einem goldenen Pfahl) dargestellt.
1923, als der Freistaat ein erstes Staatswappen für die neue Republik suchte, setzte sich die Idee der Symbolisierung der Volksstämme endgültig durch. Man wählte nun das alte Symbol für Schwaben, die drei schwarzen Löwen, gab sie aber nur halb auf dem Feld wieder, um so zu zeigen, dass nur ein Teil des ursprünglichen Herzogtums Schwaben zu Bayern gehörte. Das Wappen von 1923 zeigt auch erstmalig die Volkskrone, um den Übergang der Souveränität von den Wittelsbachern auf das bayerische Volk gebührend zum Ausdruck zu bringen. Das heutige Wappen kann inhaltlich in etwa als Kompromiss zwischen den Wappen von 1835 und 1923 angesehen werden.
Neben dem Großen Staatswappen gibt es noch das kleine Staatswappen. Es besteht aus dem Schild, das schräg gerautet wird von Silber und Blau und die Volkskrone trägt. Diese schlichte Form wird vor allem in den Dienstsiegeln der Landkreise, Gemeinden und Notare verwendet.
Als bayerische Staatsflagge werden die Streifen- und die Rautenflagge in den Farben Weiß und Blau gleichberechtigt verwendet. Die Farbfolge Weiß und Blau leitet sich von der Gestalt des bayerischen Rautenwappens ab.
Quelle: Wappen und Flaggen der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Länder
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